HEWI MAG / Baubeschlag

Feuerschutzbeschläge nach DIN 18273 – Systeme für Brandschutztüren

Feuerschutzbeschläge nach DIN 18273 sorgen dafür, dass Türen im Brandfall zuverlässig schließen und sich dennoch leicht öffnen lassen. Dieser Artikel zeigt, welche Anforderungen an Beschläge für Feuerschutztüren gelten, welche Materialien und Systeme im Objektbau zugelassen sind und worauf Sie als PlanerInnen bei Ausschreibung, Montage und Wartung achten müssen.

Feuerschutzgarnituren im Objektbau – Funktion und Bedeutung für den Brandschutz

Feuerschutzgarnituren sind essenzielle Komponenten jeder Brandschutztür. Durch ihre Formstabilität und Materialbeständigkeit tragen sie entscheidend dazu bei, dass Menschen öffentliche Gebäude im Ernstfall schnell verlassen können – ob in Schulen, Kliniken oder Verwaltungsbauten. Neben der Sicherheit spielt auch die Gestaltungsqualität eine zunehmende Rolle: Systeme, die Schutz, Funktion und Design vereinen. 

Feuerschutzbeschläge Systeme

HEWI vereint technische Präzision mit hohem Design Anspruch. Die Feuerschutzgarnituren aus den Systemen 111 und 162 sind in unterschiedlichen Materialien und Oberflächen verfügbar und damit optimal auf jede Anforderung im Objektbau abgestimmt. 

System 111

System 162

System 111 – Funktion und Farbe

  • Zeitlos gestaltete Design-Ikone, die Türen gestern wie heute eine moderne Optik verleiht 

  • erhältlich in Edelstahl matt geschliffen, pulverbeschichtet oder Polyamid, wahlweise hochglänzende oder matte Farben 

  • 9 hochglänzende HEWI Polyamid Farben, darunter Signalfarben wie Rot oder Gelb, sorgen für klare Sichtbarkeit in Paniksituationen 

System 162 – Modern und harmonisch

  • Beschlag-Serie  mit puristischem Design, das besonders minimalistisch wirkt 

  • Erhältlich in Edelstahl matt geschliffen, pulverbeschichtet oder Polyamid, wahlweise hochglänzende oder matte Farben

HEWI Feuerschutzbeschläge bieten Kombinationen aus Drücker, Schild/Rosette und BefestigungSie erfüllen die Anforderungen der Feuerwiderstandsklassen B1 und D1. Damit garantieren sie im Brandfall sichere Bedienbarkeit, selbst bei extremen Bedingungen. 

Feuerschutzbeschläge aus Edelstahl, Polyamid oder Messing im Vergleich

Die Materialwahl beeinflusst Funktion, Pflege und visuelle Wirkung. Edelstahlbeschläge sind besonders robust, Polyamidvarianten punkten mit angenehmer Haptik und Farbkontrasten, Messingausführungen setzen gestalterische Akzente. 

Material 

Eigenschaften 

Empfohlener Einsatzbereich 

Edelstahl (matt geschliffen) 

korrosionsbeständig, hygienisch, pflegeleicht 

Gesundheits- und Verwaltungsbauten 

Polyamid (matt oder hochglänzend) 

verschiedene Farbtöne, griffig, kontraststark 

Schulen, öffentliche Gebäude 

Messing / veredelte Oberflächen 

wertig, reinigungsfreundlich 

Hotellerie, repräsentative Bereiche 

Pulverbeschichtung Schwarz matt 

modern, warm, zurückhaltend 

Designorientierte Architekturen 

Hinweis: 
Kontrastreiche Beschläge erleichtern die Orientierung und erfüllen zusätzlich die Empfehlungen der DIN 18040 für barrierefreies Bauen. 

DIN 18273: Anforderungen an Feuerschutzbeschläge

Die DIN 18273 definiert, welche technischen Prüfungen und konstruktiven Eigenschaften Türbeschläge mit Feuerschutzfunktion erfüllen müssen. Sie bildet die Grundlage für Ausschreibung, Zulassung und Qualitätssicherung im Objektbau. 

Prüfung und Kennzeichnung von Feuerschutzgarnituren

  • Dauerfunktionsprüfung: mind. 200.000 Öffnungszyklen ohne Einschränkung der Mechanik 

  • Hitzebeständigkeit: Funktionsfähig bei Temperaturen über 1.000 °C 

  • Formstabilität: Keine Verformung oder Lockerung relevanter Bauteile 

  • Kennzeichnung: Gravur „DIN 18273“ mit Herstellerkennung 

  • Systemgedanke: Nur geprüfte Kombinationen aus Drücker, Schild/Rosette und Befestigung sind zugelassen 

EN 179 und EN 1125 – Fluchtwegverschlüsse im Zusammenspiel mit Feuerschutzbeschlägen

Feuerschutzbeschläge nach DIN 18273 und Fluchtwegverschlüsse nach EN 179 bzw. EN 1125 sind eigenständige, aber miteinander verknüpfte Normen. Während die DIN 18273 die Feuerwiderstandsfähigkeit von Türbeschlägen regelt, definieren die europäischen Normen EN 179 und EN 1125 die Bedingungen für das sichere Öffnen von Türen im Notfall. 

  • EN 179 gilt für Notausgangsverschlüsse, die von unterwiesenen Personen benutzt werden, z.B. in Bürogebäuden oder Schulen. 

  • EN 1125 beschreibt Paniktürverschlüsse mit horizontaler Betätigungsstange für öffentlich zugängliche Bereiche wie Hotels, Krankenhäuser oder Veranstaltungsstätten. Ein solches Produkt ist die innovative HEWI Panikstange.  

 In vielen Objekten müssen beide Anforderungen, also Feuerwiderstand und Fluchtfunktiongleichzeitig erfüllt werden. Das bedeutet: Ein Türbeschlag darf im Brandfall nicht versagen und muss sich gleichzeitig leicht bedienen lassen. 

Planungshinweis

Kombinierte Systemlösungen gewährleisten diese doppelte Funktionalität. HEWI bietet dafür geprüfte Varianten, die sowohl nach DIN 18273 (Feuerschutz) als auch nach EN 179 bzw. EN 1125 (Fluchtwegfunktion) zertifiziert sind. 

Brandschutztüren & Beschläge: Planung, Auswahl und Ausschreibung 

Bei der Planung von Drückergarnituren für Feuerschutztüren stehen Funktion, Normsicherheit und Langlebigkeit im Vordergrund. Die wichtigsten Kriterien sind: 

  1. Normkonformität: geprüfte Einheit nach DIN 18273 

  1. Einsatzbereich: stark frequentierte oder sicherheitsrelevante Türen im Objektbau 

  1. Materialwahl: Edelstahl oder Polyamid – je nach Beanspruchung und Designkonzept 

  1. Ergonomie und Sichtbarkeit: klare Griffformen, kontrastreiche Farben, gute Orientierung 

  1. Montage und Wartung: sachgerechte Installation und regelmäßige Kontrolle 

Pflichtangaben in Ausschreibungen

In Ausschreibungen sollten folgende Punkte festgehalten werden: 

Pflichtangabe  

Beispiel

Norm 

DIN 18273 

Feuerwiderstandsklasse 

B1 oder D1 

Material 

Edelstahl 1.4301, matt geschliffen 

Oberfläche 

matt, hochglänzend oder farbig 

Türstärke / Vierkant 

8 mm / gemäß Türsystem 

Systemreferenz 

HEWI System 111 oder 162 

Zulassung: Zusammenspiel von Türsystem und Prüfung

Ein Feuerschutzbeschlag ist Bestandteil einer geprüften Türsystemeinheit. Türblatt, Schloss, Band und Beschlag werden gemeinsam geprüft und als System zugelassen. Ein Austausch einzelner Komponenten kann diese Zulassung aufheben. 

Praxis-Tipp:

Bei Sanierungen oder Bestandsumbauten sollte geprüft werden, ob die gewählte Garnitur in der Türprüfung enthalten ist. HEWI liefert zu allen Systemen transparente Zulassungs- und Nachweisdokumente inklusive EPD.

Montage von Feuerschutzbeschlägen: Fehler vermeiden

Während die Systemprüfung festlegt, welche Komponenten geprüft wurden, stellt die Montage sicher, dass diese Einheit korrekt aufgebaut wird. 

Montageanforderungen in der Praxis 

  • Durchgehende Verschraubung: Die Befestigung erfolgt durch das Türblatt, um Lasten und Hitzeeinwirkung sicher aufzunehmen. 

  • Vierkant passend zum Türsystem: Der verwendete Vierkant muss in Länge, Querschnitt und Toleranz exakt dem geprüften System entsprechen. 

  • Montage mit systemzugehörigen Komponenten: Rosetten, Schilder, Federn und Befestigungen dürfen nur in der geprüften Kombination eingesetzt werden. 

  • Einhalten der Herstellerpositionen: Bohrbilder, Achsabstände und Positionen dürfen nicht verändert werden. 

Typische Fehler auf der Baustelle

  • Überlackieren oder Beschichten der Garnitur (führt zu Funktionsbeeinträchtigung / Hitzerisiko) 

  • Geänderte Türsysteme nicht dokumentieren (Änderungen an Schloss oder Zarge ohne Rückkopplung). 

  • Schnittstellen nicht klären (E-Schloss, Zutrittskontrolle, Feststellanlagen ohne Systemabgleich) 

  • Prüfnachweise zu spät einfordern (fehlende Unterlagen vor Montagebeginn) 

  • Ausschreibungen zu ungenau formulieren (fehlende Angaben zu Norm, Nutzung, Material) 

  • Bestandsbeschläge für austauschbar halten (Garnituren ersetzen, ohne das Türsystem zu prüfen) 

Planungshinweis

Für den ausführenden Betrieb ist die Herstelleranleitung verbindlich. 
 

Pflege und Wartung: Funktion langfristig sichern

Damit Brandschutzbeschläge ihre Funktion behalten, müssen sie regelmäßig geprüft und fachgerecht gereinigt werden: 

  • Funktionsprüfung der Beschläge: Rückstellkraft, Leichtgängigkeit, Beweglichkeit des Drückers. 

  • Überprüfung der Befestigung: Lockerungen und Setzungen im Türblatt frühzeitig erkennen. 

  • Regelmäßige Sichtkontrolle: Schäden durch Nutzungsintensität, Schläge oder Vandalismus. 

  • Materialgerechte Reinigung: Aggressive Reiniger können Kunststoffoberflächen oder Edelstahllegierungen angreifen. 

  • Austausch nur systemkonform: Ersatzteile müssen mit dem Türsystem kompatibel sein  

FAQ zu Feuerschutzbeschlägen und Brandschutzbeschlägen
Welche Anforderungen gelten nach DIN 18273?

Mindestens 200.000 Funktionszyklen, Hitzebeständigkeit über 1.000 °C, geprüfte Einheit mit Kennzeichnung.

Sind Feuerschutz- und Brandschutzbeschläge dasselbe?

Ja, im Planungsalltag werden die Begriffe oft synonym genutzt. Entscheidend ist die Norm DIN 18273.

Wie erkenne ich zugelassene Beschläge für Feuerschutztüren?

An der Gravur „DIN 18273“ sowie Hersteller- und Zulassungsnummer auf dem Beschlag.

Was passiert bei Austausch einzelner Komponenten?

Die Zulassung der Türanlage kann erlöschen. Nur geprüfte Systemkombinationen verwenden.

Welche Materialien sind für Feuerschutzbeschläge zulässig?

Edelstahl, Polyamid oder Messing – jeweils mit geprüfter Zulassung.

 

Feuerschutzbeschläge im
Objektbau richtig planen

Planen Sie ein Objekt mit besonderen Anforderungen an Brandschutz und Design? HEWI unterstützt Sie mit geprüften Systemlösungen nach DIN 18273, praxisgerechten Ausschreibungstexten und digitalen Planungstools. Unsere ExpertInnen beraten Sie bei der Auswahl passender FeuerschutzgarniturenJetzt Beratung anfragen! 

Autoreninfo: HEWI – Expertise im barrierefreien Produktdesign

Seit der Gründung im Jahr 1929 hat sich HEWI zu einem Systemanbieter für ganzheitliche Lösungen in den Bereichen Baubeschlag, Sanitär-Accessoires und barrierefreie Produkte entwickelt. Mit über 95 Jahren Erfahrung hat sich das Unternehmen zu einem etablierten Anbieter im Bereich Barrierefreiheit entwickelt und ist bekannt für Kompetenz im Systemdesign. Im Sinne des Universal Designs stellt HEWI die individuellen Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt.

    

      

Weitere Themen